Startseite | Archiv

Tennisspiel im Zug



Wie jeden Mittwoch saß ich auch heute Morgen um 7:20 Uhr zusammen mit vielen anderen müden Studenten in der Regionalbahn von Weimar nach Jena. Der Zug war heute nicht sonderlich voll, was bedeutet, es waren noch vereinzelte Stehplätze zu haben und die Fahrräder wurden nicht übereinander gestapelt. Nichtsdestotrotz saß ich wie immer auf der "Klappstuhlreihe" direkt vor der Toilette. Wie immer wurde zunächst erst jeder zweite Platz belegt, bevor sich dann ein paar Mutige vortrauten, auch die Plätze dazwischen zu besetzen. So kam denn auch einer dieser "Mutigen" und setzte sich zwischen mich und meinen linken Nebenmann.

Kaum war der Zug losgefahren, kippte der Kopf meines (neuen) linken Nebenmanns auch schon nach vorn und seine Augen schlossen sich. Ist ja nichts Neues, machen viele um diese Uhrzeit. Allerdings handelte es sich in diesem Fall nicht um dieses typische Dösen im Halbschlaf, sondern vielmehr um eine waschechte Tiefschlafphase. Bemerkte man anfangs noch das charakteristische Nicken, wenn man merkt, dass der Kopf wegklappt, saß der Gute irgendwann komplett regungslos da, ohne Nicken und allem, was dazu gehört.

Und dann ging es los: das Tennisspiel. Zunächst kippte er nach links zu meinem vormaligem Nebenmann. Dieser stieß ihn leicht an, woraufhin er nach rechts, also in meine Richtung kippte. In meinem Leben gibt es nicht viele Menschen, die sich im Schlaf an mich herankuscheln dürfen, und dieser junge Mann gehört eindeutig nicht dazu - weshalb ich ihn natürlich auch anstieß. So ging das dann eine ganze Weile hin und her, bis zum Bahnhof Mellingen. Dort wachte er auf und ich war für einen Moment erleichtert. Doch war das ganz schnell wieder vorbei, denn nachdem er sich einmal gestreckt hatte, fiel er wieder in seinen Tiefschlaf zurück.

Also wurde bis Jena weiter fröhlich Tennis mit dem Armen gespielt. Nun weiß ich nicht, ob er es wirklich nicht bemerkt oder nur so getan hat. Jedenfalls schaute er beim Aussteigen so aus, als wäre alles in bester Ordnung. Also verkniff ich mir meinen Kommentar, dass er es mal mit mehr Kaffee probieren sollte und tat ebenso, als sei alles in bester Ordnung. Man muss ja auch mal ein wenig Verständnis für die Uhrzeit haben. Aber eines weiß ich jetzt schon: nächste Woche werde ich garantiert nicht neben ihm sitzen, denn das Gesicht hab ich mir gemerkt!

6.6.07 11:23
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Kategorien: Alltägliches | Gesellschaft | Menschliches
Gratis bloggen bei
myblog.de