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Gesellschaft

Höllenfahrt



Man kann sich ja darüber streiten, ob das, was die Deutsche Bahn so macht, intelligent ist oder nicht. Was ich heute erlebt habe, dürfte aber über jeglichen Zweifel diesbezüglich erhaben sein.

Es ist ein ganz normaler Freitagnachmittag am Westbahnhof in Jena. Der Bahnsteig ist gerammelt voll von Studenten und Reisenden, die Jena in Richtung Weimar verlassen wollen. Die Sonne brennt so heiß, dass man sogar schwitzt, wenn man im Schatten steht und sich nicht bewegt.

Da steht also die versammelte (Groß-)Mannschaft und wartet auf den Zug. Die Gleise fangen an zu quietschen, jeder schaut in Richtung des herannahenden Zuges. Wie aus einem Mund geht ein Stöhnen durch die Menge, als man sieht, dass nur ein einziger Waggon in den Bahnhof einfährt. Im Normalfall sind die Platzverhältnisse im Zug schon nah an der Grenze des Zumutbaren, wenn zwei Waggons angefahren kommen. Die Ganze Menge teilt sich also auf die zwei Türen der Regionalbahn auf und drängt in den Zug.

Wie das eben mit Raum so ist, ist er begrenzt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Zug irgendwann gerammelt voll war. Das ging soweit, dass der Schaffner eine Durchsage machen musste, dass man doch bitte von den Türen wegbleiben soll. So kam es, dass viele der potentiellen Fahrgäste am Bahnsteig zurückblieben und auf den nächsten Zug warten mussten.

Im Zug selbst war es auch nicht gerade angenehm, so eng gedrängt zu stehen bei dieser Hitze. Ich kam mir ein bisschen vor wie in einem dieser indischen Züge, wo die Menschenmassen schon zu den Fenstern herausgedrückt werden. Ich möchte nur hoffen, dass die Deutsche Bahn nächsten Freitag ein bisschen intelligenter in der Platzplanung vorgeht...

8.6.07 15:19


Begegnung der besonderen Art



Heute Morgen hatte ich es mal wieder verpennt und musste somit mit dem Zug fahren, der mich dazu veranlasst, in einem Affentempo vom Bahnhof zum UHG (Universitätshauptgebäude) zu laufen. Pünktlich mit dem 8-Uhr-Glockenschlag kam ich an. Ich stürmte in das Gebäude, nur darauf fixiert, zu meinem Hörsaal zu kommen.

Da hörte ich hinter mir ein freundliches "Guten Morgen". Ich war mir nicht sicher, ob ich gemeint war, also drehte ich mich um und da stand der Pförtner da und lächelte mich an. "Einen schönen Tag wünsche ich!" sagte er. Ich war schon ein wenig verdutzt, ist man so viel Freundlichkeit doch gar nicht gewohnt. Leise stammelte ich zurück "Ja, danke gleichfalls" und setzte meinen Sprint zum Hörsaal fort.

Nach der Vorlesung lief ich mit einer Kommilitonin aus dem UHG heraus. Den "Zwischenfall" vom frühesten Morgen hatte ich schon wieder vergessen. Doch da kam der Pförtner wieder auf uns zu und wünschte uns einen schönen Tag. Laura schaute genauso verdutzt drein wie ich zuvor.

Da merkte ich erst einmal, wie traurig es eigentlich ist, dass man so dermaßen verdutzt und verdattert dreinschaut, wenn jemand, den man nicht kennt, einfach so mal nett zu einem ist. Leider vermutet man da ja heutzutage immer eine niedere Absicht dahinter. Ob das auch die Intention des Pförtners war, kann ich natürlich nicht sagen. Doch vielleicht wären wir alle ein wenig entspannter und fröhlicher, wenn öfter mal solche Nettigkeiten durch die Luft fliegen würden.

7.6.07 21:19





Kategorien: Alltägliches | Gesellschaft | Menschliches
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